Gemeindefahrt nach Israel ’10

1. Tag – Ankunft
Voller Aufregung ging es am 30.10.2010 um 6.55 Uhr mit dem Flugzeug in Richtung München, nachdem wir gut 4 Stunden früher mit dem Bus zum Stuttgarter Flughafen gestartet waren. Von München ging es für die 43 Teilnehmer der Gemeindefahrt nach Tel Aviv. Nachdem wir um 13.10 Uhr Ortszeit gelandet waren, erwartete uns schon unsere Reiseleiterin Judith. Auch der Busfahrer Akram stand mit seinem Bus bereit um uns die kommenden Tage zu chauffieren. Nachdem das Gepäck verstaut war, fuhren wir an der Mittelmeerküste entlang in Richtung Norden zum See Genezareth (Galiläa). Während der Fahrt sammelten wir schon die ersten Eindrücke von Israel, der Bevölkerung und der Natur. Unser Hotel im Kibbutz Ma’agan lag direkt am See, wodurch wir einen traumhaften Ausblick über den See in Richtung der Golanhöhen hatten. Nachdem die Zimmer bezogen waren gingen wir in den Speisesaal, wo uns ein durchaus üppiges Büffett erwartete. In einer anschließenden Kennenlernrunde stellten wir uns einander vor um die kommenden Tage nicht mit Unbekannten zu verbringen. Mit einem unglaublichen Sonnenuntergang neigte sich der Tag dem Ende zu.

2. Tag – See Genezareth
Am darauffolgenden Sonntag, den 31.10.2010 trafen wir uns früh am Morgen im Speisesaal und genossen das Frühstücksbüffett. Direkt danach ging es mit Judith, Akram und Viktor, einem weiteren Reiseleiter, in Richtung Norden zum Naturpark von Dan (dem alttestamentlichen Lajisch). Dort wanderten wir durch den Quellwald und lernten die Natur Israels hautnah kennen. Völlig erhitzt erwartete uns Akram in seinem herunter gekühlten Bus und so ging es weiter vorbei an der Kreuzfahrerburg Nimrod und hinab zu den Jordanquellen bei Banjas (Cäsarea Philippi). Zum Mittagessen gab es stets nur einen kleinen Snack und so aßen die meisten von uns zum ersten Mal eine Falafel. Ein Fladenbrot, gefüllt mit Klößen aus Kichererbsen. Frisch gestärkt ging es zu den Jordanquellen und wir veranstalteten einen Gottesdienst und besichtigten das Pan-Heiligtum und den Wasserfall. An den Jordanquellen gab man uns die Möglichkeit Jordanwasser abzufüllen und viele Teilnehmer nahmen dieses Angebot wahr, um das Wasser beispielsweise bei zukünftigen Taufen zu verwenden. Anschließend fuhren wir auf die Höhen des Golan und besuchten das „Masada des Nordens“. Mit vielen Eindrücken ging es an Bananenplantagen vorbei in Richtung Kibbutz. Nach dem Abendessen trafen wir den Manager des Kibbutz, welcher uns auf Deutsch die Besonderheiten eines Kibbutz näher brachte. Und so neigte sich der zweite Tag in Israel dem Ende zu.

3. Tag – See Genezareth
Am Montag, den 01.11.2010 ging es zuerst zum Berg der Bergpredigt, wovon man einen wunderschönen und eindrucksvollen Ausblick auf den See Genezareth hat. Wir veranstalteten auch hier einen Gottesdienst und besichtigten die Kapelle. Nach einer längeren Wanderung den Berg hinunter, stiegen wir in den gekühlten Bus und fuhren zur Anlegestelle des Bootes. Mit diesem fuhren wir über den See und genossen die frische und abwechslungsreiche Briese. Nachdem wir wieder am Ufer angekommen waren, hatten die Fischfreunde die Chance einen echten „Petrusfisch“ zu essen. Dieser Fisch gilt als Delikatesse und hat den Namen von Petrus, der regelmäßig im See Genezareth gefischt haben soll. Danach fuhren wir weiter nach Tabgha, dem Ort an dem die Brotvermehrung stattgefunden hat. Dort besichtigten wir die Kirche der Brotvermehrung. Anschließend ging es nach Kafarnaum, der Stadt Jesu, in welcher er einst gelebt haben soll. Hier sahen wir verschiedene Gebäude und Gassen aus römischen Zeiten. Nach so einem anstrengenden Tag, nutzten viele Teilnehmer den Pool oder den See um sich abzukühlen.

4. Tag – Fahrt nach Jerusalem
Am Dienstag, den 02.11.2010 packten wir unsere Koffer, denn das Hotel und die Örtlichkeit wurden gewechselt. Wir gingen auf den Berg Tabor zur Verklärungsbasilika und freuten uns über das gesunde Ankommen auf dem Plateau, denn die Taxifahrer fuhren wie die jungen Wilden die steile und kurvige Strecke hinauf. Vom Berg aus hatten wir eine wunderschöne Aussicht auf die umliegende Landschaft und wurden abermals von der Natur beeindruckt. Danach ging es an der israelisch-jordanischen Grenze entlang in Richtung Süden nach Jericho. Nachdem wir Judith an einer Autobahnraststätte abgesetzt hatten (Sie darf als Jüdin nicht in palästinensische Autonomiegebiete), fuhren wir gemeinsam mit Viktor und Akram ins Stadtinnere von Jericho und besuchten dort den Schutthügel und die Ausgrabungen der „ältesten Stadt der Welt“ und den berühmten Maulbeerfeigenbaum. Von dort aus ging es, wieder gemeinsam mit Judith, durch die Wüste Juda nach Jerusalem. Da die Abenddämmerung bereits eingesetzt hatte, konnten wir bereits am ersten Abend die Schönheit der beleuchteten Stadt betrachten. Das Hotel Ritz in Jerusalem lag außerhalb der starken Verkehrsgebiete was geruhsame Nächte versprach. Auch hier waren wir von dem Abendbüffett überrascht und stärkten uns für den kommenden Tag. Müde fielen wir alle in unsere Betten.

5. Tag – Jerusalem
Der Mittwoch, der 03.11.2010 versprach schön zu werden, denn bereits am Morgen war es warm. Mit dem Bus fuhren wir auf den Ölberg und konnten das Panorama über Jerusalem genießen. Zu Fuß ging es den Ölberg hinunter, in den Garten Getsemani, in welchem wir einen weiteren Gottesdienst veranstalteten. Nach dem Gottesdienst liefen wir weiter zur Kirche der Nationen und ins Mariengrab, welches jedoch sehr überfüllt war. Durch das Stephanstor wanderten wir in die Altstadt, zum Betesdateich, welchem man heilige Kräfte nachsagt und zur Kirche St.Anna. Über die Via Dolorosa ging es dann in die Grabeskirche und zum „Christlichen Zion“ mit dem bekannten Abendmahlsaal. Nach einer kurzen Snackpause liefen wir dann zum Davidsgrab und in die Dormitiokirche. Geschafft und mit den Kräften am Ende fuhren wir zurück ins Hotel und genossen das Abendbüffett. Unser zweiter Reiseleiter Viktor hatte über den Tag, einen zusätzlichen Ausflug arrangiert und so konnten wir gegen einen vergleichsmäßigen kleinen Betrag eine Nachrundfahrt durch Jerusalem erleben und besondere Schauplätze wie z.B. die Klagemauer und das Parlamentsgebäude bei Nacht besuchen. Da Viktor uns an diesem Abend verlassen musste, waren wir ihm sehr dankbar, dass er uns diese Erfahrungen möglich gemacht hatte. Mit neuen Eindrücken trafen sich viele Teilnehmer trotzdem noch auf der Dachterrasse des Hotels um die spezielle Atmosphäre Israels zu genießen.

6. Tag – Gotteshäuser in Jerusalem
Der Donnerstag, der 04.11.2010 stellte sich als schwieriger und anstrengender Tag heraus. Nach dem Frühstück fuhren wir gemeinsam mit dem Bus zur Westmauer Jerusalems und gingen von dort aus zum Tempelplatz um die Klagemauer, den Felsendom und die El-Aksa Moschee von außen zu betrachten. Alle drei Schauplätze waren beeindruckender als man sie sich vorgestellt hat. Vom Tempelplatz ging es dann in die Neustadt um die Menora, den siebenarmigen Leuchter am Parlamentsgebäude zu betrachten. Beim anschließenden Besuch des Israel-Museums stärkten wir uns zuerst mit einem Eis, da die Hitze und die Erschöpfung des vorhergehenden Tages doch ziemlich zu spüren war. Im Museum selber konnten wir den „Schrein des Buches“, also die alten Pergamentrollen, und ein Modell von Jerusalem aus der zweiten Tempelperiode betrachten. Ein weiterer beeindruckender Ort war die Gedächtnisstätte für die Opfer des Nationalsozialismus Jad Waschem. Diese Stätte rief eine traurige und bedrückende Stimmung in jedem von uns hervor, weil die Aufmachung dieser verschiedenen Bereiche unvorstellbar unter die Haut ging. So wird den jungen Todesopfern in einem riesigen dunklen Raum gedacht, der durch Spiegel und Kerzenlichtern wie ein Lichtermeer wirkt. Während man durch dieses Lichtermeer läuft, hört man die Namen der Kinderopfer. Immer noch beeindruckt von dem eben Erfahrenen fuhren wir ohne Judith in Richtung Bethlehem. Da Betlehem mitten im palästinensischen Autonomiegebiet liegt, musste sie abermals abgesetzt werden. Nach der Fahrt durch ein Tor in der berüchtigten Mauer zwischen dem Westjordanland und Israel erwartete uns ein bisher unbekannter Reiseführer in einem kleinen Restaurant. Auch hier aßen wir, wie in den letzten Tagen, eine Falafel. Durch Betlehem fuhren wir mit einem Bus in Richtung Grabeskirche und waren von dieser total überwältigt. Der Eingang war nur etwa 1,5m groß, weshalb sich jeder von uns Bücken musste. Da es im Inneren der Kirche sehr, sehr voll war, verließen einige von den Teilnehmern die Kirche vorzeitig, um einer Wartezeit von bis zu 1 1/2 Stunden zu entgehen. Diese brauchte man um das eigentliche Grab zu betrachten. Der Blick aufs Grab wurde jedoch von einem dichten Gitter betrübt, weswegen viele Teilnehmer mit enttäuschter Mine nach außen traten. Von der Grabeskirche ging es zum berühmten Hirtenfeld und dessen Grotte. Auch hier waren einige Teilnehmer enttäuscht, da das einstige Hirtenfeld mit einem pompösen Brunnen zugepflastert worden ist. Nach Besichtigung der Grotte und der nahegelegenen Kapelle ging es zurück zum Bus. Daraufhin ging es mit einem kurzen Stopp in einem Touristengeschäft wieder in Richtung Jerusalem und abermals durch das Tor in der bis zu acht Meter hohen Mauer. Ein weiterer interessanter Tag neigte sich dem Ende zu.

7. Tag – Süden Israels
Am letzten Tag, Freitag den 05.11.2010, ging es abermals in Richtung Südosten. Gleich nach dem Frühstück fuhren wir nach Masada, der herodianischen Felsenfestung. Von der Talstation ging es nach einem kurzen Dokumentarfilm mit der Seilbahn auf das Hochplateau um die verschiedenen Gebäude (Paläste, Bäder, Vorratshäuser) zu betrachten. Der kühle Wind machte uns die Hitze erträglich und so genossen wir noch einige Zeit die atemberaubende Aussicht auf die Umgebung, welche hauptsächlich von Sand gebildet wird. Danach ging es nach Qumran, der früheren Siedlung der Essener, in welcher man auch die Schriftrollen fand. Nach einem Snack fuhren wir ans Tote Meer und machten uns mit dem Salzgehalt bekannt. Das Liegen im bzw. auf dem Wasser war ungewohnt und eine ganz neue Erfahrung. Leider war Aufmerksamkeit für Badegäste anderer Gruppen ein Fremdwort und so musste sich der ein oder andere mit Salzwasser im Auge abfinden, welches durch das Verhalten der Anderen schnell ins Auge spritzte. Anschließend ging es in eine Synagoge von liberaleren Juden (d.h. nicht strenggläubig), bei welchen wir einen Gottesdienst miterleben durften. Es sei gesagt, dass dort die Stimmbänder zum Singen sehr beansprucht werden. Für den Gottesdienst gibt es Liederbücher mit einem festen Ablaufplan und mehr als die Hälfte der Zeit wird gesungen. Eine Predigt oder Gebete in gesprochener Form, wie wir sie kennen, gibt es dort vor allem nur in Form eines Liedes. Nach dem Abendessen trafen sich alle Teilnehmer auf der reservierten Dachterrasse und wir ließen die Reise im gemütlichen Rahmen ausklingen.

8. Tag – Abreise
Am Samstag, den 06.11.2010 fuhren wir nach dem Frühstück wieder in Richtung Tel Aviv zum Flughafen. Dort angekommen mussten wir eine langatmige Kontrolle über uns ergehen lassen und so mancher musste den Inhalt seines Koffers ganz genau vorzeigen. Trotz aller Schwierigkeiten und Hürden erreichten wir alle rechtzeitig das Flugzeug und so konnten wir abermals in Richtung München abheben um gegen 22.15 Uhr schlussendlich in Stuttgart zu landen.

(linkes Bild: Victor/rechtes Bild: Akram und Judith)

Rückblick
Alles in allem war es eine tolle, spannende und beeindruckende Reise für jeden Teilnehmer. Wir kehrten mit völlig neuartigen Eindrücken nach Deutschland zurück. Wer die Chance hat Israel zu besuchen, sollte diese unbedingt wahrnehmen. Die Landschaft in Israel ist außergewöhnlich und auch die Atmosphäre ist anders als in jedem anderen Urlaubsland. Was uns auch sehr freute war, dass wir sehen konnten wie ein muslimischer Busfahrer, eine jüdische Reiseleiterin und ein christlicher Reiseleiter doch so harmonisch zusammen arbeiten konnten und die religiösen Unterschiede keinerlei Rolle spielte.

An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankeschön dem Organisationsteam für diese eindrucksvolle Gemeindefahrt.

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