Einzug von vier jugendlichen Flüchtlingen im Gemeindezentrum Münchingen – ein Rückblick und Ausblick

Die Bilder von Flüchtlingsströmen, von überfüllten Aufnahmezentren und Turnhallen vor Augen und das Wissen um die große Not dieser Menschen, die ihre Heimatländer verlassen haben, bewegte auch die Mitglieder des Kirchengemeinderats (KGR) und führte bereits im September 2015 zu dem einstimmigen Beschluss, dass sowohl im Gemeindezentrum Hemmingen als auch im Gemeindezentrum Münchingen Flüchtlinge aufgenommen werden sollen. Am 11. Oktober lud der KGR dann zu einer Gemeindeversammlung nach Hemmingen ein, um die Gemeinde über dieses grundsätzliche Vorhaben zu informieren und einen Helferkreis zu bilden. Frau Albinger von der ökumenischen Fachstelle Asyl der Caritas bot dabei Einblicke in die Praxis der Flüchtligshilfe, auch wurde kontrovers diskutiert.
Mit Vertretern der betroffenen Gruppen, im Gemeindezentrum Münchingen sind das die Ministranten, die You-Jugendgruppe, die Mutter-Kind-Gruppe, die SE-Band und die Kinder-und-Schülerkirche fand Ende Oktober ein Treffen und eine Begehung sämtlicher Alternativräume statt. Für die Novembersitzung war dann Herr Rees als Beauftragter für die Flüchtlingsunterbringung der Stadt Korntal-Münchingen eingeladen, der allerdings kurzfristig verhindert war, sodass dem KGR erst in der nächsten Sitzung im Januar weitere wichtige Informationen vorlagen. Herr Rees stellte die Unterschiede zwischen der vorläufigen Unterbringung, der Anschlussunterbringung und der Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Ausländern (kurz: UmAs) dar und erörterte die jeweiligen Bedingungen, Vorteile und möglichen Schwierigkeiten dieser Unterbringungsarten. Ein Stimmugsbild ergab, dass der KGR zur Unterbringung der UmAs tendiert. So wurde Kontakt mit der Jugendhilfe Korntal aufgenommen und eine Mitarbeiterin informierte den KGR in der Februarsitzung über die ambulante Unterbringung. Dies bedeutet, dass jugendliche Flüchtlinge, die sich selbst versorgen können, in Gruppen in Wohnungen untergebracht werden, allerdings täglich von den zuständigen Betreuern aufgesucht werden. Die Mitarbeiter der Jugendhilfe, bei der es auch eine 24-stündige Rufbereitschaft gibt, organisieren mit den meist 16 bis18 jährigen Jugendlichen den Schulbesuch, Behördengänge, Besorgungen etc.. Aufgrund der nach wie vor hohen Zahl an UmAs steht die Jugendhilfe unter einem großen Druck, geeignete Räume zur Unterbringung zu finden. So sollte zum 1. Mai der Einzug von 3 Jugendlichen zunächst in Hemmingen erfolgen. Dieser kam allerdings nicht zustande, da – entgegen dem Ergebnis einer vorherigen Baubegehung – es doch nicht zulässig ist, dass drei UmAs in einem Raum schlafen und so wäre der Einbau einer Wand nötig gewesen, der aufgrund der baulichen Gegebenheiten zu erheblichem Aufwand und Kosten geführt hätte. Deshalb fokussierte sich der KGR auf die Räumlichkeiten in Münchingen. Dort wurde zunächst ein Helferkreis um Wolfgang Werner zusammengestellt und es fand Anfang Mai eine Baubegehung mit Vertretern des Landesjugendamts, der Jugendhilfe und des Baurechtsamtes statt. Diese ergab, dass hier vier UmAs untergebracht werden können, wenn eine Dusche eingebaut wird und eine Abtrennung zum Bandraum, der auch weiterhin der SE-Band zur Verfügung stehen soll, erfolgt. Nachdem der gestellte Bauantrag vom Bauamt genehmigt wurde, konnte der KGR in seiner Juni-Sitzung nun endlich beschließen, dass zum 1. August die Räume an die Jugendhilfe für die Dauer von vorerst zwei Jahren vermietet werden und vier Jugendliche dort einziehen werden. Die betroffenen Gruppen sind informiert und werden Mitte Juli in den Gemeindesaal umziehen, so dass noch vor den Sommerferien die Handwerkerarbeiten im Untergschoss durchgeführt werden können. Der Gemeindesaal wird zukünftig mit der vorhandenen Trennwand abgeteilt, kann aber jederzeit für größere Veranstaltungen geöffnet werden. Der KGR dankt den betroffenen Gruppen dafür, dass sie diesen Jugendlichen die Räume überlassen und bittet auch um die Akzeptanz und Unterstützung der Gemeinde.

Für den KGR Stefanie Walker

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