Einladung zum Vortrag „Von der Maria im Ährenkleid bis hin zur Traubenmadonna – Symbolgehalt von Lebensmitteln als Attribute in Mariendarstellungen“

Seit dem 3. Jahrhundert sind Marien- oder Madonnenbildnisse in der christlichen Ikonographie das neben Christus häufigste Motiv in der christlichen Kunst, das sich in vielfachen Techniken, Materialien und inhaltlichen Zusammenhängen präsentiert.

Während Maria in der frühchristlichen Kunst zumeist in thematisch am Leben Jesu orientierten Szenen dargestellt ist, nahmen die nicht „erzählerischen“ Marienbilder nach dem Konzil von Ephesos zu. Während sich in der byzantinischen Kunst und bei den russischen Ikonen bestimmte Madonnentypen entwickelt haben, wurde die Bildfindung im Lauf der Jahrhunderte in der westlichen Kunst zunehmend freier. Zu nennen sind hier etwa die priesterlich thronende Muttergottes mit dem Kind der Romanik, die „liebe Frau“ der Gotik oder die barocke „Immakulata“.

Mit dem Aufschwung des Christentums wandelten sich Weltsicht und Selbstverständnis des Menschen grundlegend. Das Leben im hier und jetzt wurde fortan nur noch als Durchgangsstation zum eigentlichen, dem ewigen Leben betrachtet. Damit waren es Dinge des täglichen Lebens nicht mehr wert, abgebildet zu werden. Stillleben mit Früchten oder anderen Speisen verschwanden für längere Zeit aus der europäischen Kunst. Die Früchte der Stillleben wurden stattdessen zu Bedeutungsträgern jenseits von Natur und Ernährung, so wie wir sie auch in Mariendarstellungen finden. Als Quelle für deren symbolische Deutung dienten fast ausschließlich die Bibel sowie Schriften der Kirchenväter und Exegeten.

 

Referent:Prof. Dr. Herbert J. Buckenhüskes
Ort:Kath. Gemeindezentrum St. Maria
Lenauweg 9; 71696 Möglingen
Datum und Uhrzeit:29. September 2020 um 19:30 Uhr
Anmeldung:bis zum 25. September 2020 im Pfarrbüro Möglingen / 07141 481464
Veranstalter:Erwachsenenbildung der SE Strohgäu

Kommentare sind geschlossen.