Unsere Pastoralreise nach Madingou in Kongo-Brazzaville

Zwei Wochen lang waren wir in der Heimatgemeinde unseres Pfarrers Christian Moussavou zu Gast und durften eine völlig andere Welt erleben. Jeder einzelne Tag brachte neue Eindrücke mit sich. Manche waren nur schwer zu ertragen, wie der Aufenthalt in Pointe Noire, wo es kaum befestigte Straßen, extreme Armut und keine Kanalisation oder Wasserversorgung gab. Eine riesige Stadt, die wie eine einzige Müllhalde aussieht. Oder die staatliche Schule, in der es keine Bänke gibt, wo die Kinder auf Ziegelsteinen sitzen müssen, und die so verwahrlost ist, dass wir den Aufenthalt drinnen nicht aushielten. Oder das Krankenhaus in unbeschreiblichem Zustand. Bedrückend erschien uns die Lage der Frauen und Mädchen, die alle schwer arbeiteten, im Haus und auf den Feldern, während die meisten Männer den Tag mit Herumsitzen und Trinken verbrachten. Dann die vielen, vielen Kinder auf den Straßen und vor den Häusern, alleine ohne Spielzeug oder anderen Anregungen. Immer wieder gab es eine „wunderbare Kindervermehrung“, wenn wir Bonbons an die Kinder verteilten und erst zwei, drei, dann plötzlich 20, ja 50 schmutzige Kinderhändchen sich uns entgegen streckten.

Auf der anderen Seite die außerordentliche Freundlichkeit und Friedfertigkeit der Menschen, die Herzlichkeit, mit der uns nach wenigen Tagen zugewinkt und zugerufen wurde. Der Zusammenhalt und die liebevolle Aufnahme in der lebendigen Kirchengemeinde. Die wunderschönen Gottesdienste, voll von Tanz und Gesängen. Und dann vor allem der tiefe, gelebte Glaube, der sich in der Begeisterung der Gottesdienste widerspiegelte. Einen Tag lang nahm uns der Bischof der Diözese Nkayi auf eine Fahrt durch Städte und Dörfer in der Umgebung mit und vor allem in sein Heimatdorf. Wir durften seine Menschenfreundlichkeit, seinen Humor und seine Fürsorge für jeden der ihm anvertrauten Mitarbeiter erleben.

Insgesamt 150 Kindern konnten wir es ermöglichen, dass sie nun ein Jahr lang zur Schule gehen können. Mit Ihren Spenden wurden Schulranzen, Hefte, Schiefertafeln, Kreide, Stifte, Schläppchen, Schuluniformen u.a. eingekauft. Nach einem sonntäglichen Festgottesdienst konnten wir den Kindern diese Materialien überreichen. Hier ist jeder einzelne Cent, der gespendet wurde, äußerst sinnvoll angelegt und wir hoffen und möchten dazu beitragen, dass dieses Projekt auch in Zukunft weiter läuft.

Anni und Richard Fock

Kommentare sind geschlossen