„St. Martin“ – ökumenischer Martinsritt

Martinsumzug„Fast so wichtig wie ein Geburtstag ist ein bestimmter Tag im November. Schon im Sommer wird von vielen Kindergartenkindern gefragt: Wann reitet der heilige St. Martin durch Münchingen? Haben wir auch eine tolle gebastelte Laterne? Ja, der 11.11. ist gemeint und der traditionelle Umzug mit Liedern und Laternen durch Münchingen mit St. Martin, dem Bettler und dem Pferd. Auch für die Erwachsenen ist es immer wieder schön, wenn alle Kinder ihre tollen Laternen zeigen und die Laternenlieder schmettern. Der abschließende Besuch in den Kirchenhäusern bietet eine gute Gelegenheit auch mal bei der „Konkurrenz“ reinzuschnuppern. Und wenn mal wieder beim nächsten Frühstück das geliebte Nutella mit den Geschwistern geteilt werden soll, dann ist St. Martin ganz unmittelbar in der Familie angekommen.“ (Patricia Gans, Münchingen)

Patricia Gans ist in einem kleinen ökumenischen Team für den Martinsritt in Münchingen zuständig. Hier werden Ross und Reiter rekrutiert, das Anspiel und die kleine Feier in einer der Kirchen vorbereitet und die kleinen Mitbringsel organisiert. Sehr viele Kinder mit ihren großen Begleitern warten dann schon aufgeregt auf den Heiligen Martin hoch zu Ross auf dem Schulhof. Besonders erfreulich: Mittlerweile kooperieren hier nicht nur die evangelische und die katholische Kirche, sondern auch die AWO Münchingen.

„Das Martinsfest und Martinsspiel hat für mich etwas mit Tradition zu tun. Wir wollen Kinder an unsere abendländische Kultur heranbringen. Unseren Glauben anhand eines Heiligen aufzeigen, der durch Gott geführt wurde und für den Jesus ein guter Begleiter war. Ein Heiliger, der sich um seine Mitmenschen kümmert. Der den Kindern Vorbild ist. Jemanden zu helfen, dies bringt innere Freude und ein positives Gefühl. Schlussendlich mit anderen zu singen und jemanden nicht zu vergessen, der zu seiner Zeit die Welt besser machen wollte, mit all seinen Zweifeln und Unzulänglichkeiten.“ (Hilde Mühlhauser-Braiger, Hemmingen)

Auch in Hemmingen richtet ein kleines Team seit vielen Jahren den Martinsritt aus. Wie in Münchingen wird zunächst die Mantelteilung gespielt, dann geht man hinter Ross und Reiter mit den Laternen in die Kirche, singt, betet und vertieft das Anliegen des Heiligen Martin von Tours. Während Kinder und Erwachsene heute oft Feste erleben, die in erster Linie von Konsum geprägt sind, wird hier ein kleines Fest der Solidarität und des Miteinanders gefeiert.

An beiden Orten kommen die Spenden der Aktion wohltätigen Zwecken ganz im Sinne des Heiligen Martin zugute.

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